Über 100 Milliarden Euro investiert

Studie: Deutsche Wirtschaft profitierte stark von Marktöffnung in Osteuropa

Die VW-Tochter Skoda hat 2022 in Mladá Boleslav mit der Herstellung von Batteriesystemen für vollelektrische Fahrzeuge aus dem Volkswagen-Konzern begonnen. Künftig werden hier rund 250 Beschäftigte jährlich über 250.000 Batteriesysteme montieren. Sie werden in Fahrzeugen von Skoda, VW, Audi und Seat verbaut.

Die VW-Tochter Skoda hat 2022 in Mladá Boleslav mit der Herstellung von Batteriesystemen für vollelektrische Fahrzeuge aus dem Volkswagen-Konzern begonnen. Künftig werden hier rund 250 Beschäftigte jährlich über 250.000 Batteriesysteme montieren. Sie werden in Fahrzeugen von Skoda, VW, Audi und Seat verbaut.

Wien. Die deutsche Wirtschaft hat nach Einschätzung des Ost-Ausschusses der deutschen Wirtschaft (OA) wie kaum eine andere von der Marktöffnung in Osteuropa seit 1989 profitiert. Wie OA-Vorstand Phillipp Haußmann bei der Präsentation einer Studie am Mittwoch in Wien sagte, trage die enge wirtschaftliche Verflechtung mit der Region Osteuropa „entscheidend zur globalen Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands bei“.

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„Ohne Mittel und Osteuropa stünden wir heute nicht so gut da“, sagte Haußmann, der Vorstandssprecher der Klett-Gruppe Stuttgart ist. Bis Ende 2020 hatten österreichische Firmen 76 und deutsche Unternehmen rund 109 Milliarden Euro in den 17 Ländern Mittel-, Ost- und Südeuropas investiert und damit dort wesentlich zur wirtschaftlichen Entwicklung beigetragen.

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Das geht aus der Studie „Wirtschaftliche und soziale Effekte der Direktinvestitionen in Osteuropa“ hervor, die der OA beim Wiener Institut für Internationale Wirtschaftsvergleiche (wiwi) in Auftrag gegeben hat.

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Demnach sind ausländische Direktinvestitionen eine wichtige Basis für Wachstum, sozialen Fortschritt und Armutsbekämpfung in Mittel- und Osteuropa. Die Länder, die die höchsten Einkommen haben, sind laut Studie inzwischen auch am stärksten mit den mitteleuropäischen Industrie-Clustern verbunden. „Ein gutes Beispiel sind die Direktinvestitionen der deutschen Automobilindustrie, die Zehntausende Arbeitsplätze für qualifizierte Facharbeiter geschaffen haben“, sagte wiwi-Direktor Mario Holzner.

Umgekehrt zeigt die Studie auch, dass deutsche Firmen „insbesondere von vorteilhaften Produktions- und Beschaffungskosten im Osten sowie dem Zugang zu neuen Abgangsmärkten profitieren“. In den osteuropäischen Ländern mit großen Direktinvestitionen wuchs das Bruttoinlandsprodukt im Betrachtungszeitraum 1993 bis 2020 mit 4,4 Prozent stärker als im globalen Durchschnitt mit 2,5 Prozent.

Gunter Deuber, Bereichsleiter Volkswirtschaft bei der Raiffeisen-Bank International, hob hervor, dass neben der Industrie auch die Banken in Mittel- und Osteuropa stärker ins Risiko gegangen seien. „Gerade die österreichischen Banken zeigen eine starke Präsenz“, sagte Deuber. Das sei auch Teil der Erfolgsstory.

OA-Vorstand Haußmann sieht auch künftig gute Chancen, dass deutsche und österreichische Unternehmen ihre Engagements in Mittel- und Osteuropa verstärken, „wenn die Rahmenbedingungen stimmen“. „Gerade jetzt ordnen deutsche Unternehmen vor dem Hintergrund der globalen Verwerfungen ihre internationalen Lieferketten neu“, betonte Hausmann.

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