RND-Kolumne Weltwirtschaft

Süßer Trend: Wie ein Niedersachse die Briten mit heißer Schokolade verzaubert

Eine Tasse mit heißer Schokolade (Symbolfoto). Auch in Großbritannien wird das Getränk inzwischen geschätzt.

Eine Tasse mit heißer Schokolade (Symbolfoto). Auch in Großbritannien wird das Getränk inzwischen geschätzt.

London. Dieser Tage führt mich meine Arbeit häufiger nach Kensington und Chelsea, zwei Stadtviertel, die zu den reichsten Londons und der Welt gehören. Vergangene Woche fiel mir auf dem Weg zum Kensington Palast etwas auf, was ich so in London noch nie gesehen hatte: ein Café, das ausschließlich heiße Schokolade serviert. Auf der Suche nach einer Koffeindosis ließ ich es links liegen – eine Entscheidung, die ich nur einen Tag später bereute. Denn die heiße Schokolade ist ein neuer Trend in London, und die Kette Knoops spielte dabei eine wesentliche Rolle.

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Das Schoko-Café wurde von einem Deutschen gegründet, dem 51-jährigen Jens Knoops. Er stammt ursprünglich aus dem kleinen Örtchen Stadtoldendorf, südlich von Hannover, wie er auf Nachfrage des RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) berichtet, und lebt seit Mitte der 90er-Jahre in England. Irgendwann stellte er fest, dass es keine gute heiße Schokolade in Großbritannien gibt, und entschied, sie einfach selbst zu machen. Damit hatte er seine Nische gefunden.

„Wir haben mittlerweile sieben Filialen“, erzählt er – unter anderem in Brighton und Oxford. Im Verlauf eines Jahres sollen zehn weitere hinzukommen. Die Briten lieben seine Schokolade, die es pur gibt, aber auch mit vielen unterschiedlichen Gewürzen. Die britische Tageszeitung „The Guardian“ erklärt den Erfolg von Knoops damit, dass man auf der Insel von Kaffee zunehmend gelangweilt sei: „Viele wollen etwas Neues“, heißt es dort.

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Angus Thirwell, der Geschäftsführer von Hotel Chocolat, einer weiteren Schoko-Laden-Kette in Großbritannien, berichtet, dass die einzige verfügbare heiße Schokolade früher braunes Pulver auf Zuckerbasis gewesen sei. „Sie haben ein paar Teelöffel davon in eine Tasse gegeben, etwas kochendes Wasser darüber gegossen.“ Fertig war das Heißgetränk.

Zum Glück sind diese Zeiten vorbei – auch dank Menschen wie Jens Knoops. Sein Beispiel zeigt, dass es vor allem Migranten sind, die die ansonsten eher beklagenswerte britische Küche aufwerten. Und damit das Leben aller Inselbewohner bereichern.

Susanne Ebner ist RND-Korrespondentin in London. Sie berichtet an dieser Stelle über das Wirtschaftsleben auf den britischen Inseln – im wöchentlichen Wechsel mit ihren Kollegen aus Washington, Peking, Brüssel sowie für Russland und Osteuropa.

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