Hohe Hürden fürs LNG

Tanken muss die "Aidanova" im Ausland

Foto: Die "Aidanova": Die Meyer Werft hat das größte Schiff der Welt mit LNG als Antrieb ausgedockt.

Die "Aidanova": Die Meyer Werft hat das größte Schiff der Welt mit LNG als Antrieb ausgedockt.

Papenburg. Vor wenigen Tagen hat die „Aidanova“ die Werfthalle in Papenburg verlassen hat, jetzt wartet sie im Hafen der Meyer Werft auf ihre Taufe am kommenden Freitag. Die vier großen Motoren der "Aidanova" werden mit Flüssigerdgas (LNG) betrieben und stoßen deshalb keinen Schwefel, keinen Feinstaub und nur noch geringe Mengen Stickoxid aus. Allerdings: Mit LNG kann das Schiff erst in den Niederlanden bebunkert werden.

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Auch bei der Emsüberführung werden die vier Motoren der Marke MaK M46DF mit Diesel als Kraftstoff laufen. "Die erste Versorgung mit LNG aus einem Bunkerschiff ist erst im niederländischen Eemshaven vorgesehen. Die Vorbereitungen dafür laufen bereits. In Deutschland haben wir dafür leider keine Genehmigung bekommen", sagt Peter Hackmann, Sprecher der Meyer Werft. Damit die Motoren an der Pier in Papenburg trotzdem mit Gas getestet werden können, wurde landseitig ein spezieller Gasanschluss gebaut.

Da es in Deutschland für den Umschlag mit LNG kaum Erfahrungen gibt, sind die Genehmigungsverfahren langwierig und von Hafen zu Hafen unterschiedlich. Bei der Meyer Werft ist LNG bereits Alltag. "Wir haben ja schon mehrere Tanker für den LNG-Transport gebaut", so Hackmann. Für die behördlichen Genehmigungen zählt das aber nicht, da der auf 162 Grad Minus gekühlte Treibstoff ganz andere Gefährdungsbeurteilungen als der vertraute Marinediesel erfordert.

Um angesichts dieser Unwägbarkeiten sicher fahren zu können, hat die "Aidanova" neben den drei LNG-Tanks noch zusätzliche Tanks für Marinediesel. Nur so ist ein sicherer Schiffsbetrieb möglich, heißt es von der Werft. Die Reederei Aida hatte 2016 einen Liefervertrag für LNG mit dem niederländischen Energiekonzern Shell abgeschlossen. In den Niederlanden gibt es Terminals und kleine LNG-Tanker für die Versorgung von Schiffen. Die Premiere für die Versorgung der "Aidanova" mit Passagieren an Bord könnte im November im Hafen von Rotterdam erfolgen. "Wir sind dazu in Gesprächen mit unserem Lieferanten Shell", sagt Hansjörg Kunze, Sprecher der Reederei Aida. Mit einer Tankfüllung LNG (3500 Kubikmeter) soll die "Aidanova" künftig rund zwei Wochen fahren können.

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In Deutschland dürfen LNG-Schiffe bislang nur von Lastwagen aus betankt werden. Die Lkw holen den Treibstoff aus Rotterdam und bringen ihn über die Autobahn nach Hamburg, Brunsbüttel, Rostock oder Bremerhaven.

Von Behling Frank

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