Acht Millionen ab Hamburg

Trotz Klimaschutz: Mehr Menschen fliegen

Fluggäste stehen vor der Anzeigetafel im Terminal 1 des Flughafens. Der Flugverkehr am Hamburger Flughafen hat in den ersten sechs Monaten dieses Jahres zugenommen.

Fluggäste stehen vor der Anzeigetafel im Terminal 1 des Flughafens. Der Flugverkehr am Hamburger Flughafen hat in den ersten sechs Monaten dieses Jahres zugenommen.

Hamburg. Insgesamt nutzten rund 8,24 Millionen Passagiere den Airport Helmut Schmidt, teilte der Flughafen mit. Das entspricht einem Anstieg von 2,3 Prozent gegenüber dem gleichen Zeitraum des Vorjahres. Insgesamt steuern mit dem Sommerfahrplan rund 70 Airlines etwa 140 Ziele ab Hamburg-Fuhlsbüttel an.

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Die Zahl der Starts und Landungen erhöhte sich um 1,9 Prozent auf rund 19 000. Für das Gesamtjahr rechnet Flughafen-Chef Michael Eggenschwiler mit ungefähr 2,5 Prozent Zuwachs bei den Passagieren.

Hamburger Flughafen im bundesweiten Trend

Im vergangenen Jahr war das Verkehrsaufkommen am Flughafen nach jahrelangem Wachstum leicht um 2,2 Prozent auf 17,2 Millionen Passagiere zurückgegangen. Das war laut dem Airport auf einige Sonderfaktoren wie die Air-Berlin-Pleite zurückzuführen sowie einen insgesamt schwierigen Sommer im europäischen Luftverkehr mit vielen Flugausfällen und Verspätungen.

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Hamburg liegt mit seinem Wachstum durchaus im bundesweiten Trend. In ganz Deutschland legte die Zahl der Passagiere im Mai um 2,3 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat auf 22,2 Millionen zu. Der innerdeutsche Flugverkehr wuchs um 8,6 Prozent. Das zeigt die Statistik des Flughafenverbandes ADV, über die die "Rheinische Post" berichtet. Die Zahl der Fluggäste nach Übersee nahm um 2,1 Prozent zu. In ganz Europa betrug die Steigerung 0,6 Prozent.

Nur 16 Prozent der Urlauber fahren mit der Bahn

Immerhin 40 Prozent der Bundesbürger wollen für ihren Sommerurlaub für die ganze oder einen Teil der Reise das Flugzeug nutzen. 55 Prozent der Bevölkerung, die in den Urlaub fahren, wollen das Auto nehmen. Nur 16 Prozent nutzen die Bahn, sieben Prozent einen Fernbus, wie die Umfrage des Marktforschungsinstituts YouGov im Auftrag des Ökostromanbieters Lichtblick zeigt, bei der Mehrfachnennungen möglich waren.

Bei Flügen wird vermehrt über CO2-Emissionen diskutiert, aber nur 17 Prozent der Fluggäste wollen persönlich den Ausstoß kompensieren. "Wir wissen, dass beim Fliegen enorme Mengen CO2 ausgestoßen werden: Im aktuellen Ranking der größten CO2-Verursacher in der EU belegt mittlerweile eine Fluggesellschaft Platz 10", erklärt Volker Walzer von Lichtblick. "Wer auf einen Flug nicht verzichten kann, sollte die Emissionen dann zumindest kompensieren."

Kompensieren des CO2-Ausstosses ist einfach

Das geht inzwischen recht einfach, da es mittlerweile viele Anbieter gibt. Firmen wie "Climate Fair", "Atmosfair" oder "Primaklima", um nur einige zu nennen, bieten ihre Dienste im Internet an. Mit Hilfe von Rechnern kann online der Ausstoß von CO2 für eine bestimmte Reise ausgerechnet werden, ebenso der Preis, um diese Emission über die Förderung von Umweltprojekten zu neutralisieren.

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Neben privaten Bemühungen gibt es bei den Airlines ein Kompensationsprogramm namens „Corsia“, worauf der Verband IATA verweist. Oberhalb des Schadstoff-Niveaus von 2020 muss zusätzlicher CO2-Ausstoß kompensiert werden. Bisher sind es aber in der Regel nur westliche Fluggesellschaften wie die Lufthansa, die auf freiwilliger Basis mitmachen.

Emissionen werden nicht vermieden

Erst ab 2027 ist die Teilnahme an „Corsia“ für die Mitgliedsstaaten der UN-Zivilluftfahrtorganisation ICAO verpflichtend. Die Organisation rechnet bis 2035 mit einem Aufkommen von 2,5 Milliarden Tonnen mit einem Kompensationswert von annähernd 40 Milliarden Dollar, die an Klimaprojekte fließen sollen. Diese Emissionen würden aber nicht vermieden, sondern lediglich über Klima-Projekte kompensiert.

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