Ambitioniertes Ampelmodell

Nullbilanz bis 2050: Wie Deutschland CO₂ aus der Luft holt

Um CO2 wieder aus der Atmosphäre zu entziehen, hat die Helmholtz-Klima-Initiative ein Ampel-Modell entwickelt.

Um CO2 wieder aus der Atmosphäre zu entziehen, hat die Helmholtz-Klima-Initiative ein Ampel-Modell entwickelt.

Berlin, Leipzig, Kiel. Um die globale Klima-Erwärmung möglichst auf 1,5 Grad Celsius zu begrenzen, muss der Atmosphäre bereits ausgestoßenes CO2 wieder entzogen werden. Welche Chancen und Risiken diese Kohlenstoff-Entnahme-Maßnahmen haben, zeigt ein neu entwickeltes Ampel-Modell, wie die Helmholtz-Klima-Initiative am Mittwoch mitteilte. Es reiche nicht, allein den CO2-Ausstoß zu verringern, wenn Deutschland bis 2050 seine Kohlendioxid-Emissionen auf Netto Null reduzieren will.

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Die Kohlenstoff-Entnahme-Maßnahmen werden als Carbon Dioxid Removal (CDR) bezeichnet. So könnten Wälder zum Beispiel aufgeforstet werden, zudem lasse sich CO2 aus den Emissionen von Bioenergieanlagen abscheiden oder mit technischen Anlagen direkt aus der Luft filtern.

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„CDR-Maßnahmen sollen aktiv CO2 aus der Atmosphäre entnehmen, also negative Emissionen generieren, und somit verbleibende Emissionen ausgleichen“, erklärte Nadine Mengis vom Geomar in Kiel. Wie effektiv die einzelnen Maßnahmen sind, zeige die Kohlenstoffbilanz. Nur wenn CDR-Maßnahmen nachweislich negative Emissionen generieren, mache es Sinn, Kosten und Nutzen abzuwägen, betonte die Forscherin.

Diverse Aspekte sollen bei der CO2-Reduzierung berücksichtig werden

Um diese Entscheidungen in Zukunft zu vereinfachen, hat die Helmholtz-Klima-Initiative das Ampel-Tool entwickelt. Neben der Kohlenstoffbilanz würden ökologische, technologische, ökonomische, soziale und institutionelle Aspekte berücksichtigt, so die Helmholtz-Klima-Initiative. „Ist ein Indikator grün, stellt er wahrscheinlich keine Hürde für eine Maßnahme dar, ist er rot, dann schon“, erklärte Johannes Förster vom Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung in Leipzig.

Wenn zum Beispiel der Anbau von Biomasse mit einem hohen Flächenbedarf verbunden sei, habe dies direkte und indirekte Umweltauswirkungen auf Biodiversität, Böden und Wasserhaushalt. „Dagegen haben CDR Maßnahmen, bei denen technische Apparaturen CO2 direkt aus der Atmosphäre filtern, oft einen geringeren Flächenbedarf, aber dafür einen hohen Energiebedarf“, erklärte Förster. In einem weiteren Projekt wollen die Forscherinnen und Forscher konkrete CDR-Maßnahmen entwickeln, erste Ergebnisse werden im Herbst erwartet.

RND/epd

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