Jahreszeiten

Altweibersommer 2022: Wann kommt er, und woher stammt der Begriff?

Der Altweibersommer tritt für gewöhnlich zum Herbstanfang ein, wenn man sich bereits an die kühlen Temperaturen gewöhnt hat.

Der Altweibersommer tritt für gewöhnlich zum Herbstanfang ein, wenn man sich bereits an die kühlen Temperaturen gewöhnt hat.

Der Altweibersommer kommt in der Regel jedes Jahr zwischen Sommer und Herbst. Wenn sich der Herbst ankündigt, die Temperaturen sinken und wir uns schon auf kühlere Tage einstellen, scheint der Sommer ein letztes Mal zurückzukehren.

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Und obwohl den meisten der Begriff geläufig ist, kennen die wenigsten seine Bedeutung. Oder wissen Sie, woher der Name stammt und welche Mythen sich um den Altweibersommer ranken?

Was ist Altweibersommer?

Der Altweibersommer beschreibt einen Zeitraum zwischen Sommer und Herbst. Wenn die Tage kürzer werden und sich die Blätter der Laubbäume vom saftigen Grün ins goldgelbe und knallrote Laubwerk verwandeln, haben wir uns schon längst auf den Herbst eingestellt.

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Genau in diesem Moment scheint der Sommer ein letztes Mal zurückzukommen. Mit klaren, windstillen Tagen und ungeahnt hohen Temperaturen beschert uns der Altweibersommer noch einmal das letzte Sommererlebnis des Jahres.

Von Meteorologen wird der Altweibersommer als eine sogenannte meteorologische Singularität oder auch als Witterungsregelfall bezeichnet. Der Altweibersommer ist daher ein ähnliches Wetterphänomen wie etwa die Schafskälte, die Eisheiligen oder die Hundstage.

Wieso gibt es den Altweibersommer?

Der Altweibersommer wird durch eine sogenannte Schönwetterperiode ausgelöst. Ein Hochdruckgebiet bringt trockene Luft nach Mitteleuropa. Die kühl-trockene Witterung sorgt zudem für eine schnellere Verfärbung des Laubs.

Wann ist Altweibersommer 2022?

Der Altweibersommer erreicht uns meist zum Herbstanfang. Sowohl Einzug als auch Dauer können beim Altweibersommer allerdings von Jahr zu Jahr variieren. In der Regel tritt der Altweibersommer aber gegen Ende September, Anfang Oktober ein und kann bis Ende Oktober andauern.

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Woran erkennt man den Altweibersommer?

Ein typisches Merkmal des Altweibersommers sind neben den ungewohnt warmen Temperaturen auch die zahlreichen Spinnfäden in den Morgenstunden.

Während des Altweibersommers steigen die Temperaturen am Tag, doch die Nächte bleiben herbstlich kühl. Durch die großen Temperaturschwankungen steigt die Wahrscheinlichkeit von Morgentau und wir sehen die feinen Fäden der Spinnen.

Doch warum kommt es während des Altweibersommers vermehrt zu Spinnenweben? Grund dafür ist die Baldachinspinne, die mithilfe ihrer Spinnfäden nur dann durch die Luft segeln kann, wenn es warm und windstill ist.

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Der Altweibersommer liefert der Baldachinspinne also perfekte Voraussetzungen und verrät uns gleichzeitig: In den kommenden Wochen erwartet uns schönes Wetter.

Altweibersommer: Woher kommt der Name?

Die Herkunft des Namens Altweibersommer ist nicht ausschließlich auf eine Bedeutung zurückzuführen. Eine sehr wahrscheinliche Erklärung ist der altdeutsche Ausdruck weiben, womit das Spinnenweben gemeint ist. Diese Erklärung würde auch mit den vermehrten Spinnenfäden zusammenpassen, die sicherlich auch schon die Namensgeber des Altweibersommers vor über 200 Jahren beobachtet haben.

Eine aus heutiger Sicht eher unliebsame Erklärung für den Altweibersommer bezieht sich auf die eigentliche Wortzusammensetzung. Demnach geht der Ausdruck Altweibersommer auf die sogenannte zweite Jugend der Frau zurück. Wie die Rückkehr des Sommers ist diese zweite Jugend zeitlich unbestimmt und nur von kurzer Dauer. Allerdings sollte nicht unerwähnt bleiben, dass der Ausdruck „altes Weib“ früher keineswegs ein Schimpfwort war.

Doch welche Zeit ist eigentlich gemeint, wenn wir von „früher“ sprechen? Mit dieser Frage sind wir direkt bei einer weiteren möglichen Namensherkunft für den Altweibersommer. Wussten Sie, dass man vor 1800 das Jahr lediglich in die Jahreszeiten Sommer und Winter aufteilte? Statt Frühling und Herbst bezeichnete man die Übergänge schlicht Weibersommer. Schließlich bekam der Frühling später den Zusatz früher Weibersommer. Den Herbst hingegen – Sie erraten es vermutlich – nannte man alter Weibersommer.

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Altweibersommer: Mythen und Legenden

Ähnlich spekulativ und vielfältig wie bei der Namensherkunft verhält es sich mit den Mythen und Legenden rund um den Altweibersommer. Die meisten Mythen ranken sich um die Spinnfäden und ihre Bedeutung. Manch einer kennt vielleicht die Begriffe Marienfäden, Marienseide oder auch Marienhaar. Im Christentum hielt man die langen, silbernen Spinnenfäden für Garn aus Marias Mantel, den sie bei ihrer Himmelfahrt trug.

Weil die Fäden im Sonnenlicht wie langes, gräulich-silbernes Haar schimmern, hielt man sie im Volksmund auch häufig für das Haar von alten Frauen, welches sie angeblich beim Kämmen verloren hatten.

Doch ob Mythologie oder Meteorologie, der Altweibersommer ist ein einmaliges Naturspektakel im Jahr, das es gebührend zu genießen gilt. Es ist die letzte Möglichkeit im Jahr, sich am farbenfrohen Laubwerk bei milden Temperaturen und klarem Sonnenschein zu erfreuen.

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