Hungriges Bakterium frisst Plastikflaschen

Plastikflaschen sind praktisch, aber auch besonders schädlich für die Umwelt.

Plastikflaschen sind praktisch, aber auch besonders schädlich für die Umwelt.

London. Die Meere der Erde ächzen unter dem vielen Plastik, dass darin entsorgt wird. Vor allem die riesigen Mengen Plastikflaschen sind ein Problem: 450 Jahre dauert es laut Umweltbundesamt, bis sich der Kunststoff PET vollständig zersetzt hat.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

Wie gut wäre es da, wenn es Möglichkeiten gäbe, diesen Prozess zu beschleunigen. Ein Bakterium, das Plastik frisst, ist die Hoffnung vieler Forscher, bei der Lösung des Müllproblems zu Helfen. Ideonella sakaiensis siedelt sich auf Polyethylenterephthalat (PET) an und spaltet es auf.

Ideonella sakaiensis ist kein besonders schneller Esser

Entdeckt wurde das Bakterium bereits vor zwei Jahren in Japan. Der Fund des Biologen Kohei Oda vom Institut für Technologie in Kyoto elektrisierte damals die Forscher. Das Problem: Ideonella sakaiensis ist kein besonders schneller Esser. Es dauert 60 Wochen, bis die Bakterien im Labor einen hauchdünnen Plastikfilm zersetzt haben, der nicht annähernd so stabil ist wie eine PET-Flasche.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

Forscher optimieren das Bakterium

Doch nun ist es einem britischen Forscherteam von der University of Portsmouth gelungen, das Bakterium zu verbessern: Wissenschaftler deckten die detaillierte Struktur des entscheidenden Enzyms auf – und veränderten es. Dadurch kann Ideonella sakaiensis PET schneller zersetzen. "Was sich herausstellte, war, dass wir das Enzym verbessert haben", sagte Professor John McGeehan der Zeitung "The Guardian" zu der Entdeckung.

Auch wenn es immer noch lange dauert, bis das Bakterium Plastik aufgefressen hat, sind die Forscher um McGeehan optimistisch, dass der Prozess noch weiter beschleunigt werden kann – und das hungrige Ideonella sakaiensis die Plastikflaschen bald komplett verputzt.

Von RND/iro

Mehr aus Wissen regional

 
 
 
 
 
Anzeige
Anzeige
Empfohlener redaktioneller Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt von Outbrain UK Ltd, der den Artikel ergänzt. Sie können ihn sich mit einem Klick anzeigen lassen.

 

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unseren Datenschutzhinweisen.

Letzte Meldungen

 
 
 
 
 
 
 
 
 

Spiele entdecken