Träger einer Mondsonde

Raketeneinschlag auf dem Mond: China statt Elon Musk verantwortlich

Eine Rakete vom Typ «Langer Marsch 3B» mit der chinesischen Mondsonde «Chang'e 4» an Bord startet im Xichang Satellite Launch Center in der südwestchinesischen Provinz Sichuan. China ist als erste Weltraumnation zu einer Reise auf die Rückseite des Mondes aufgebrochen.

Nach aktuellen Berechnungen soll es sich bei dem Objekt, das am 4. März auf dem Mond einschlägt, um ein Raketenteil einer chinesischen Raumsonde handeln – und nicht um ein Teil einer SpaceX-Rakete von Elon Musk.

Die Oberfläche unseres Mondes ist übersät mit Kratern, die von unzähligen Meteoriteneinschlägen stammen. Anfang März kommt nun aller Wahrscheinlichkeit nach ein neuer Krater hinzu – allerdings nicht durch einen Meteoriten, sondern durch ein Teil einer Rakete.

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Anders als bisher angenommen, soll es sich bei dem Objekt aber nicht um das Stück einer „Falcon 9″-Rakete von SpaceX, der privaten Weltraumfirma des Unternehmers und Multimilliardärs Elon Musk, handeln. Die „Falcon 9″ war im Februar 2015 von der Erde gestartet, um einen Klimabeobachtungssatelliten in den Weltraum zu transportieren.

Raketenteil soll von chinesischer Mondsonde stammen

Wie Bill Gray, Entwickler einer Software zur Beobachtung erdnaher Flugkörper, der den Einschlag auf dem Mond vorhergesagt hatte, in einem Blogeintrag nun korrigierte, handelt es sich bei dem Flugkörper höchstwahrscheinlich um den Träger der chinesischen Mondsonde „Chang‘e 5-T1“. Diese startete im Oktober 2014 ins All, umflog den Mond, und kehrte wieder zur Erde zurück. Die Trägerrakete verblieb jedoch im Orbit.

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Aufmerksam geworden auf seinen Irrtum ist Gray durch eine Mail des Ingenieurs Jon Giorgini, der für die amerikanische Raumfahrtbehörde Nasa Satelliten und Raumsonden baut und steuert. Giorgini wies ihn darauf hin, dass laut ihrem System die Raumsonde von SpaceX nach ihrem Start nicht besonders nahe am Mond vorbeigeflogen sei. Gray überprüfte daraufhin seine Daten – und kam zu dem Schluss, dass das fragliche Objekt der Träger der chinesischen Mondsonde sein muss.

Ungewissheit nicht ungewöhnlich bei Weltraumbeobachtung

Doch wie ist Gray überhaupt zu seiner irrtümlichen Annahme gekommen? Daten hätten bestätigt, dass das fragliche Objekt zwei Tage nach dem Start der SpaceX-Rakete am Mond vorbeigeflogen sei, schreibt der Astronom in seinem Blog. Außerdem habe der Flugkörper die zu erwartende Helligkeit und Umlaufbahn gehabt und sei zur erwarteten Zeit erschienen. Diese Indizien führten Gray auf die falsche Spur.

Dass es trotz vielversprechender Indizien bei der Identifizierung von Weltraumschrott oft keine hundertprozentige Gewissheit gibt, ist nicht ungewöhnlich. Die Suche sei oft Detektivarbeit und manchmal komme man auch zu gar keinem Ergebnis, berichtet Gray. Abgestoßene Raketenteile würden in den ersten Tagen im All durch übrig gebliebene Treibstoffreste nämlich „oft komische Dinge tun“ und ihre Position verändern.

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An der berechneten Einschlagzeit des Raketenteils auf dem Mond ändert sich übrigens nichts. Das Objekt wird am 4. März um etwa 13.30 Uhr mitteleuropäischer Zeit auf die Rückseite des Mondes krachen. Auswirkungen auf die Erde hat der Einschlag nicht.

RND/sec

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