Alternative zum Krankenhaus

Entbindung im Geburtshaus: Diese Optionen gibt es im Kreis Plön

Das Geburtshaus Nordlicht in Twedt: Gegründet hat es Lena Gieseke aus Kappeln, die früher Beleghebamme in Eckernförde war. Eine gemütliche Atmosphäre sei ihr wichtig.

Preetz. Immer mehr Kreißsäle in Schleswig-Holstein schließen. Im Kreis Plön gibt es gar keine Geburtsstation mehr, seitdem der Kreißsaal in der Klinik Preetz geschlossen wurde. Eine Alternative zur Entbindung im Krankenhaus sind Geburtshäuser. Dort liegt der Fokus auf einer natürlichen Geburt ohne medizinische Intervention.

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„Die außerklinische Geburtshilfe ist besser als ihr Ruf“, sagt Anke Bertram, Vorsitzende des Hebammenverbands Schleswig-Holstein. Geburtshäuser unterliegen einem strengen Qualitätsmanagement. Voraussetzungen für die Entbindung in einem Geburtshaus sind eine unauffällige Krankheitsgeschichte der Gebärenden und eine komplikationslose Schwangerschaft.

Der Qualitätsbericht der Gesellschaft für Qualität in der außerklinischen Geburtshilfe zeigt: Deutschlandweit gab es 2024 15.486 außerklinische Geburten – also sowohl zu Hause als auch in Geburtshäusern. 82,4 Prozent davon konnten ohne die Verlegung in ein Krankenhaus beendet werden. Lediglich 0,9 Prozent der Frauen seien in Eile in die klinische Versorgung übergeleitet worden. Keine der Mütter sei im Zusammenhang mit der Geburt gestorben. Die Zahlen würden belegen, dass außerklinische Geburten sicher seien, so der Hebammenverband.

Die außerklinische Geburtshilfe ist besser als ihr Ruf.

Anke Bertram

Vorsitzende des Hebammenverbands Schleswig-Holstein

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Das sind die Vor- und Nachteile einer Geburt im Geburtshaus

Dem Bericht zufolge sind ausschlaggebende Gründe für eine Geburt außerhalb des Krankenhauses die Selbstbestimmung, die angenehme Umgebung und eine vertraute Hebamme. Geburtshäuser würden als gemütlicher, vertrauter empfunden, sagt Susanne Dahlinger, Hebamme aus Heikendorf, die an der Schön-Klinik in Rendsburg arbeitet. Werdende Mütter würden die Hebammen, die sie bei der Geburt begleiten, vorher kennenlernen. Während der Geburt gebe es außerdem keinen Schichtwechsel. In der Regel gebe es mehr Auswahlmöglichkeiten als in einem Kreißsaal: zum Beispiel ein Geburtsseil oder eine Gebärwanne.

Susanne Dahlinger ist Hebamme aus Heikendorf und arbeitet an der Schön-Klinik in Rendsburg.

Gegen ein Geburtshaus spricht aus ihrer Sicht: Im Notfall ist kein ärztliches Team vor Ort. Auch bei gesunden Frauen mit unkomplizierten Schwangerschaften könne es bei der Geburt zu Problemen kommen. Hebammen könnten darüber hinaus Schmerzmittel nur in begrenzter Dosierung und nicht intravenös verabreichen. Eine Geburt einleiten dürften sie auch nicht. Wichtig sei daher, dass das Geburtshaus in der Nähe einer Klinik liegt, die im Notfall schnell zu erreichen ist.

„Eine Geburt im Geburtshaus oder zu Hause kann ein wunderschönes Erlebnis sein. Man muss aber das Risiko abwägen, dass es fatale Folgen haben kann, wenn dabei etwas schiefgeht“, sagt André Hohn, Chefarzt der Frauenklinik am Städtischen Krankenhaus Kiel. Bei vielen Geburten würden Ärzte nicht gebraucht.

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André Hohn ist Chefarzt in der Frauenklinik im Städtischen Krankenhaus Kiel.
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Insgesamt seien jedoch aus ärztlicher Sicht mehr Geburtshäuser für die angespannte Versorgungslage keine Lösung: „Das wäre nur eine Option, wenn wir bereit sind, die Sicherheit von Geburten insgesamt zu reduzieren.“ Außerdem könnten Risikoschwangerschaften und Frühgeburten dort nicht versorgt werden, die Versorgungslage würde sich somit nicht wirklich verbessern.

Wo es in Schleswig-Holstein Geburtshäuser gibt

Im Kreis Plön gibt es derzeit kein Geburtshaus. Auch das in Kiel musste 2014 schließen. An vier Orten in Schleswig-Holstein gibt es ein Geburtshaus. Alle Häuser bieten neben der Betreuung und Beratung während Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett unter anderem Kurse zur Geburtsvorbereitung, Rückbildung und zum Stillen an. Auch über weitere Entbindungsmöglichkeiten neben einem Bett wie Gebärwannen und -hocker oder Geburtsseile verfügen sie.

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Geburtshaus in Lübeck

  • Entfernung von Preetz: ca. 68 km, Entfernung von Plön: ca. 55 km, Entfernung von Laboe: ca. 90 km
  • Entfernung zum nächsten Krankenhaus mit Geburtshilfe (UKSH Lübeck): ca. 1,3 km

Zum Team des Geburtshauses Lübeck gehören acht Hebammen, fünf davon mit Geburtshilfe. Das Haus bietet unter anderem verschiedene Yoga-Kurse für Schwangere, ein Elterncafé sowie einen Kreativnachmittag an.

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Geburtshaus in Bad Oldesloe

  • Entfernung von Preetz: ca. 59 km, Entfernung von Plön: ca. 58 km, Entfernung von Laboe: ca. 81 km
  • Entfernung zum nächsten Krankenhaus mit Geburtshilfe (Segeberger Kliniken): ca. 24,2 km

Im Geburtshaus Bad Oldesloe arbeiten sieben Hebammen. Zu den Angeboten gehören unter anderem Yoga, Akupunktur, Babymassage oder auch die Begleitung bei und nach Fehlgeburten.

Geburtshaus in Twedt

  • Entfernung von Preetz: ca. 87 km, Entfernung von Plön: ca. 100 km, Entfernung von Laboe: ca. 88 km
  • Entfernung zum nächsten Krankenhaus mit Geburtshilfe (Helios-Klinikum Schleswig): ca. 11,4 km

Das „Geburtshaus Nordlicht“ in Twedt gibt es seit März 2025. Gründerin Lena Gieseke arbeitet mit drei weiteren Hebammen als Kooperationspartnerinnen zusammen. Als Wahlleistungen werden zum Beispiel Akupunktur, Taping und Low-Level-Lasertherapie angeboten.

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Geburtshaus in Flensburg

  • Entfernung von Preetz: ca. 104 km, Entfernung von Plön: ca. 117 km, Entfernung von Laboe: ca. 106 km
  • Entfernung zum nächsten Krankenhaus mit Geburtshilfe (Diako-Krankenhaus Flensburg): ca. 2,4 km

Vier Hebammen arbeiten im Flensburger „Geburtshaus zwischen den Meeren“, das seit dem vergangenen Jahr existiert. Neben den üblichen Kursen bietet es einen zum Thema „Vater werden“ nur für Männer sowie Schwangerschafts-Yoga und einen offenen Elterntreff sowie Akupunktur, Homöopathie, Massagen und Trageberatung an.

Was es bei einer Hausgeburt zu bedenken gilt

Freiberufliche Hebammen mit dem passenden Versicherungsschutz können Geburten zu Hause begleiten. Ganz ohne Risiko sei das aber nie, sagt Chefarzt André Hohn: „Man kann den schönsten Schwangerschaftsverlauf haben – und dennoch kann es bei der Geburt innerhalb von Sekunden kippen.“

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Hebammenverbandsvorsitzende Anke Bertram sagt: „Die Kolleginnen arbeiten verantwortungsvoll und streng nach Vorgaben.“ Auch für Hausgeburten gebe es ein detailliertes Qualitätsmanagement. Bei Hebammen handele es sich um eine eigenständige Berufsgruppe, die in der Lage sei, autonom zu arbeiten.

KN