Kieler Woche

Wegen Ballonfahrt bei der Kiwo: Panik auf Pferdehof im Kreis Plön

Ballonfahrt bei der Kiwo: Dicht kommt ein Heißluftballon an den Reitbetrieb Stutenhof Waterdiek.

Kiel/Plön. Auf Pferdehöfen, wie dem Stutenhof Waterdiek in Plön, macht sich Ärger breit. Insbesondere zur Kieler Woche haben sie hier nämlich ein Problem, ihre Pferde zu beschützen. Tiefe Überfahrten und knappe Landung von Heißluftballons neben und auf Pferdekoppeln ängstigen die Pferde.

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Panik verspüren auch ihre Besitzer. Über einen der jüngsten Vorfälle, bei denen ein Heißluftballon von der Kiwo direkt an ihrem Hof landen wollte, sagt Pferdehofbesitzerin Judith Moormann: „Wir haben hier Panik gekriegt, sind hingefahren und als wir ankamen, ging er hoch.“ Das Problem: Die schreckhaften Pferde sind den Heißluftballon-Landungen mitunter ausgeliefert. Im vorigen Jahr ängstigte ein Heißluftballon ganz in der Nähe in Dobersdorf ein Pferd so sehr, dass es sich in Panik das Bein brach und eingeschläfert werden musste.

Kieler Woche: Pferdehöfe und Heißluftballon-Piloten alarmiert

Spätestens seit diesem Vorfall sind Pferdehöfe und Heißluftballon-Piloten alarmiert, wie sehr solch ein riesiges und mitunter lautes Gefährt den schreckhaften Tieren schaden kann. Pferdehofbesitzerin Judith Moormann macht sich daher während der Kieler Woche große Sorgen.

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„Die Pferde sind dann unruhig, rennen hin und her und wenn man Glück hat, passiert sonst nichts. Aber es kann halt auch passieren, wie im letzten Jahr, dass ein Pferd durchdreht, das hat sich dann ein Bein gebrochen oder sie durchreißen die Zäune“, sagt sie.

„Eine große Katastrophe, wenn sie auf der Straße laufen“

Wenn eine Koppel direkt an der Straße liege und die Pferde ausrissen, dann sei das „eine große Katastrophe, wenn sie auf der Straße laufen und in Autos reinlaufen und dann Menschen zu Schaden kommen“.

Bei gutem Wetter, bei dem die Ballons über den Himmel ziehen, befürchtet Familie Moormann daher jeden Abend auf ihrem Hof einen Zwischenfall. Mitte dieser Woche führte der Wind wieder Heißluftballons von der Kieler Woche gebündelt zu ihrem Pferdebetrieb. Ein Erlebnis, das Unmut bei Judiths Mann Dietrich Moormann hervorruft: „Wir hatten einen, der hier auf einem Feld gelandet ist und mein Sohn war weiter unten auf dem Gelände, weil da zwei weitere unterwegs waren“, sagt er. Alles kein Thema. „Aber ich bin pestig geworden, da habe ich ihn auch angeschnauzt, als der hier auf dem Platz gelandet war. Weil er nicht die Gefahrensituation auf dem Betrieb beurteilen kann.“ Wenn hier ein Pferd stehe, dann drehe es durch. „Es kann nicht angehen, dass sie Pferdebetriebe ansteuern, nachdem, was im letzten Jahr in der Nähe eines Pferdebetriebes passiert ist.“ Der Platz, wo der Heißluftballon landen wollte, liegt direkt neben den Pferdeställen.

Neben dieser Koppel landete ein Heißluftballon. 

Mit großem Abstand sehen die schönen, bunten Ballons in luftiger Höhe am Himmel ruhig und klein aus. Wer selbst noch nie solch ein Gefährt aus der Nähe bestaunen konnte, wird also von der Größe beeindruckt sein. Allein der Korb umfasst je nach Passagieranzahl mehrere Meter. Dazu der Ballon mit etwa 25 Metern Höhe und einem Durchmesser von ungefähr 18 Metern.

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Dietrich Moormann hat Verständnis für die Fahrer. „Das gehört zur Kieler Woche“, sagt er. Sie helfen den Fahrern und Passagieren auch von ihren Weiden, wenn Stromzäune dafür aufgemacht werden müssen. Schön anzusehen sind die Ballons. Klar ist auch: Die Ballons können nicht gesteuert werden, sie fahren, wie der Wind sie bläst.

Jedoch fordern Moormanns sowie Freundin und Pferdebesitzerin Maren Eckelmann, so wie andere Pferdebesitzer, dass ihre Tiere in größerer Höhe überflogen und Pferdebetriebe zur Landung generell gemieden werden. Leichter gesagt als getan? Zur Kieler Woche starten bei der „Balloon Sail“ etwa 40 Heißluftballons gleichzeitig, die dann wiederum alle einen geeigneten Landeplatz finden müssen.

Gleich mehrere Heißluftballons kommen zur Zeit der Kieler Woche in Richtung des Reiterhofs. 

Hinter dem Pferdehof der Moormanns liegt ein See, umgeben von vielen noch nicht abgeernteten Feldern. Hinzu kommen Naturschutzgebiete, Hochspannungsleitungen und immer mehr Windkraftanlagen. Die Möglichkeiten für die Piloten, mit ihren Passagieren sicher zu landen, sind also begrenzt. Auch, wenn Ernteschäden oder sogar anderweitigen Schäden versichert sein mögen.

Eine offizielle Stellungnahme lokaler Anbieter von Ballonfahrten war bis Sonntag nicht zu erhalten. Unter anderem, weil sie Anfeindungen befürchten. Dabei ist die Statistik einigermaßen beruhigend: Bei der Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung (BFU) gehen im Durchschnitt etwa sieben bis acht Unfälle mit Heißluftballons pro Jahr ein. So gilt Ballonfliegen hierzulande als sicher.

KN