Bis zu 20 Prozent mehr

Warum Flugtickets 2027 schon wieder teurer werden

Lufthansa und weitere Fluggesellschaften haben Preiserhöhungen für 2027 angekündigt.

Fliegen dürfte 2027 noch einmal deutlich teurer werden: Mehrere Airlines haben bereits angekündigt, ihre Ticketpreise wegen der gestiegenen Kerosinkosten anzuheben. Auf Reisende kommen damit je nach Fluggesellschaft Aufschläge von bis zu 20 Prozent zu.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

Doch warum machen sich die höheren Treibstoffpreise erst jetzt so deutlich bemerkbar? Und welche Möglichkeiten haben Urlauberinnen und Urlauber, trotzdem günstig abzuheben?

Der reisereporter auf Whatsapp: Die Vorteile für dich

In unserem Whatsapp-Kanal findest du exklusive Reisetipps, ungewöhnliche Orte und günstige Reise-Deals. Du willst wichtige News sofort mitbekommen? Aktiviere die Glocke im Kanal und werde bei neuen Posts benachrichtigt.

Lufthansa, Ryanair und Co.: Höhere Kosten für Passagiere

Urlauberinnen und Urlauber müssen sich 2027 auf Mehrkosten einstellen. Lufthansa-Vorstandschef Carsten Spohr kündigte dem Fachmagazin „fvw Travel Talk“ gegenüber an, dass die Preise für Flugtickets angesichts der höheren Treibstoffkosten im kommenden Jahr um mindestens 10 Prozent ansteigen würden.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

Dabei konnte die Lufthansa Group, zu der auch Swiss, Austrian Airlines, Brussels Airlines, ITA Airways, Eurowings, Discover Airlines, Edelweiss Air, Air Dolomiti sowie Lufthansa City Airlines gehören, ihren Gewinn im dritten Quartal 2026 auf 1,4 Milliarden Euro steigern. „Das vergangene Quartal war das umsatzstärkste in der Geschichte der Lufthansa Group“, so Spohr in einer Mitteilung.

Ansicht wechseln

In dieser Ansicht können leider nicht alle Inhalte korrekt dargestellt werden.

Zur vollständigen Ansicht

Ryanair-Chef Michael O’Leary geht von Preiserhöhungen zwischen 10 und 20 Prozent im kommenden Jahr aus. Condor kündigte gegenüber der „FAZ“ an, dass die Tickets 2027 teurer werden, wenn es keine staatlichen Entlastungen gebe. Und auch Easyjet-CEO Garry Wilson ließ auf der ABTA-Konferenz auf Madeira verlauten, dass er weitere treibstoffbedingte Preiserhöhungen nicht ausschließe.

Dennoch gibt es einige Möglichkeiten, bei der Flugbuchung zu sparen und günstige Tickets zu finden. Die besten Tipps und Tricks haben wir hier zusammengefasst.

Welche Faktoren bestimmen den Flugpreis?

Flugpreise setzen sich aus mehreren Komponenten zusammen. Neben den Betriebskosten (Treibstoff, Personal, Wartung und Flughafengebühren) spielen auch Angebot und Nachfrage sowie Gewinnmargen eine Rolle.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

Doch Treibstoff ist nach den Personalkosten der zweitgrößte Kostenfaktor. Rund 25 bis 30 Prozent der Betriebskosten entfallen auf Kerosin, wie der Branchenverband International Air Transport Association (IATA) angibt. Im Sommer 2026 lag der globale Durchschnittspreis für Kerosin bei 1097 US-Dollar je Tonne, was einem Anstieg von über 50 Prozent entspricht. Der Grund ist, dass Kerosin aus Rohöl gewonnen wird. Steigt der Ölpreis, verteuert sich in der Regel auch der Treibstoff für Flugzeuge.

Ansicht wechseln

In dieser Ansicht können leider nicht alle Inhalte korrekt dargestellt werden.

Zur vollständigen Ansicht

Seit Beginn des Iran-Kriegs zeigt sich dieser Effekt sehr deutlich: Der Ölpreis ist seit Ende Februar um 60 Prozent gestiegen, von 72 auf rund 115 US-Dollar pro Barrel. Eine Besserung ist Branchen-Fachleuten zufolge so schnell nicht in Sicht – einzig die Entwicklung der Midterms in den USA hat den Preis wieder etwas sinken lassen, auf aktuell etwa 95 Dollar pro Barrel (Stand: 5. November 2026).

Ein Ryanair-Flugzeug wird am Flughafen Niederrhein in Weeze betankt.

Welche Auswirkungen das für Urlauberinnen und Urlauber hat, zeigt ein Rechenbeispiel: Ein Flugticket kostete bisher 700 Euro. Etwa 60 Prozent entfallen auf die Betriebskosten (420 Euro), Kerosin macht davon 30 Prozent aus (126 Euro). Der um 60 Prozent gestiegene Treibstoffpreis würde demnach bedeuten, dass sich die Kerosinkosten bei diesem Ticket um 73 Euro erhöhen.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

Airlines kaufen Treibstoff günstiger ein

Allerdings schlagen steigende Ölpreise nicht sofort auf den Ticketpreis durch. Viele Airlines kaufen ihren Treibstoff langfristig ein oder legen Preise vorab vertraglich fest – eine Strategie, die als Hedging bezeichnet wird. Fluggesellschaften wie Ryanair, Easyjet, Lufthansa und Air France/KLM nutzen dieses Instrument gezielt, um Preisschwankungen auf dem Ölmarkt abzufedern und stabilere Ticketpreise anbieten zu können.

Für 2027 hat Lufthansa nach eigenen Angaben bereits über 60 Prozent des Kerosins preislich abgesichert. Ryanair hat sogar 80 Prozent der Treibstoffmenge für das kommende Jahr eingekauft, für vergleichsweise günstige 67 US-Dollar pro Barrel. Und auch für 2028 sichert sich die irische Billigfluggesellschaft bereits Kerosin, wie es in einer Mitteilung heißt. Trotzdem werden sich die hohen Ölpreise 2027 wohl spürbar auf den Ticketpreis durchschlagen.

Fluggesellschaften reduzieren Deutschland-Angebot

Vor allem Billigfluggesellschaften rechnen sehr genau, in welchen Ländern sich die Strecken wirtschaftlich lohnen. Deutschland gehört bei den Luftverkehrsabgaben neben Frankreich und den Niederlanden zu den teuersten Standorten Europas. Der Bundesverband der Deutschen Luftverkehrswirtschaft sagt sogar, nirgendwo in Europa sei Fliegen so teuer wie in Deutschland. In Ländern wie Italien, Spanien und Polen sind die Startkosten im Vergleich deutlich geringer.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

Einige Airlines haben deshalb ihr Angebot in Deutschland reduziert und setzen stattdessen stärker auf andere Märkte. Lufthansa hat fast alle „City Line“-Verbindungen eingestellt, darunter viele innerdeutsche Verbindungen. Zuletzt hat Billigflieger Ryanair bekannt gegeben, alle Verbindungen von und nach Bremen ab Sommer 2027 zu streichen. Auch an den Standorten Berlin und Hamburg reduziert Ryanair das Angebot mit dem Winterflugplan 2026/27, bis zu 50 Prozent der Flüge fallen weg.

Was müssen Reisende aktuell wissen? Alle wichtigen News für den Urlaub findest du beim reisereporter.