Lykischer Weg

Einer der schönsten Wanderwege der Welt liegt in der Türkei

Immer wieder belohnt der Lykische Weg mit Traumpanoramen.

Lykien ist die antike Bezeichnung einer Region in der Südwesttürkei und wird frei übersetzt häufig als „Land des Lichts“ bezeichnet. Durch diese verheißungsvolle Kulisse verläuft auf über 750 Kilometern der Lykische Weg auf der Teke-Halbinsel ungefähr von Fethiye nach Antalya. Er war nicht nur der erste Fernwanderweg der Türkei, sondern gilt auch als einer der schönsten der Welt.

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Seit 1999 führt er auf zahlreichen Etappen zu Sehenswürdigkeiten und Landschaften, die so schön sind, dass das Weiterwandern manchmal Überwindung kostet. Eingeplant werden sollten rund 35 Wandertage für die Traumorte, faszinierende Naturlandschaften und antike Stätten entlang des Lykischen Wegs. Der reisereporter stellt dir den Wanderweg und einige der zahlreichen Highlights genauer vor.

Wandern auf dem Lykischen Weg

Die Britin Kate Clow entdeckte Ende der 80er-Jahre den Zauber der Landschaft des ehemaligen Lykiens und begann, Pfade für Wandernde zu markieren. Gemeinsam mit Freiwilligen entstand so der Lykische Weg mit den rot-weißen Markierungen, der 1999 anerkannt und zum ersten Fernwanderweg der Türkei wurde.

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Startpunkt ist eine Art Tor im Pinienwald bei Fethiye auf dem „Likya Yolu, Lycian Way“ steht. Danach geht es größtenteils über ehemalige Handelspfade mit traumhaften Ausblicken auf die Küste und die Halbinseln und zu Sehenswürdigkeiten, die an die schönsten Postkartenmotive erinnern.

Offizieller Startpunkt im Pinienwald: Hier geht es auf eine 509 Kilometer lange Wanderreise durch die Türkei.

Es empfiehlt sich, mit GPS-Karte zu wandern, da die Markierungen gern mal nicht fachkundig ergänzt werden, um Wandernde zu außerplanmäßigen Stopps etwa bei Restaurants zu führen. Wer längere Wandereinheiten mit Zelt einlegt, sollte außerdem am Morgen seine Schuhe vor dem Anziehen ausschütten, denn Schlangen und Skorpione – ja, die gibt es hier – suchen gern warmen Unterschlupf.

Wer hier wandert, ist auf manchen Abschnitten fast allein in dem authentischen Naturparadies des ehemaligen Lykiens. Begegnungen mit anderen Wandernden sind teilweise seltener als mit Ziegen. Im Sommer ist es hier zu heiß zum Wandern, aber das Frühjahr von Februar bis Mai und die Zeit von September bis November bieten gute Bedingungen.

Tierische Begegnung auf dem Lykischen Weg in der Türkei.

Highlights auf dem Lykischen Weg

Der Lykische Weg bietet zahlreiche Orte zum Staunen. Darunter sind rund 20 antike Stätten, die der Weg verbindet, sowie Panoramen malerischer Küstenabschnitte und romantische Naturkulissen. Und auch wer wandern und baden möchte, findet entlang der Wanderstrecke so manchen Traumstrand.

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Mehr spannende Geheimtipps und Reiseziele in der Türkei findest du auf unserer Themenseite.

1. Antike Stadt Olympos

Die antike Stadt Olympos an der Küste Lykiens gehört zu den Top-Sehenswürdigkeiten am Lykischen Weg. Der Großteil der Ruinen wurde von der Natur zurückerobert und ist von Bäumen und Sträuchern bedeckt. Die Lage der Ruinen an einem Flusslauf in der Nähe eines romantischen Strandes verleiht dem Ort ein mystisches Flair.

Malerisch liegen die Ruinen von Olympos zwischen Flussufer und Meer.

Wer hier gar nicht mehr wegwill, kann im Baumhaus in der Schlucht vor dem Freilichtmuseum übernachten. Reizvoll ist auch der Besuch im nahe gelegenen Ökotourismusort Çıralı, der für seinen Schildkrötenstrand bekannt ist, an dem jährlich Tausende der besagten Meeresbewohner schlüpfen.

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Das ewige Feuer brennt auf einem Berg unweit der Ausgrabungsstätte Olympos.

Unweit der Ausgrabungsstätte wartet ein weiteres Schauspiel: An einem Berghang lodern seit der Antike Flammen direkt aus dem Boden, die sogenannten ewigen Feuer der Chimaira. Früher glaubten die Einheimischen, ein Feuer speiendes Ungeheuer, die Chimaira, sei für die Flammen, die aus dem Boden dringen, verantwortlich. Die wissenschaftliche Erklärung ist weniger bildgewaltig: Ein unterirdisches Gasvorkommen speist die Flammen. In der Dunkelheit ist dieser Ort besonders eindrucksvoll.

2. Antike Hafenstadt Phaselis

Auch die Ruinen von Phaselis am Lykischen Weg laden zu einer Zeitreise ein. Die Hafenstadt liegt am Fuße des Taurusgebirges und wurde bereits vor 2700 Jahren gegründet. Ihr Name bedeutet „der von den Göttern beschützte Ort“, und Alexander der Große soll hier im Winter einen Monat verbracht haben.

Die Ruinen des antiken Theaters in Phaselis laden zu einer Zeitreise ein.
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In Phaselis treffen die Ruinen aus der römischen und der byzantinischen Zeit auf die Naturkulisse des umliegenden Nationalparks und traumhafte Buchten. Die Mauern, die einst vor Piraten schützen sollten, ein 450 Meter langer Aquädukt, römische Bäder und ein am Hügel erbautes, ursprünglich hellenistisches Theater laden in Phaselis zu einer Entdeckungstour ein.

Phaselis ist auch an seinen drei Stränden ein Erlebnis. Hier kann nicht nur gebadet werden, auch das Schnorcheln vor der antiken Stadt hat seinen ganz besonderen Reiz, denn im glasklaren Wasser sind versunkene Ruinen versteckt.

Was für eine Kulisse! In Phaselis kannst du sogar beim Schnorcheln weitere Ruinen der alten Stadt entdecken.

3. Antike Stadt Myra

Zu den Sehenswürdigkeiten entlang des Lykischen Wegs zählt auch Myra. Die antike Stadt ist berühmt für ihre lykischen Felsengräber, die über der Stadt in den Fels geschlagen wurden und ein imposantes Bild abgeben. Die handwerklich beeindruckenden Gräber stammen aus dem vierten Jahrhundert vor Christus und sind reichlich verziert. Aus der Ferne erwecken sie den Anschein von Wohnhäusern.

Blick auf die kunstvoll verzierten Felsengräber von Myra.
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Darüber hinaus ist Myras aus dem sechsten Jahrhundert nach Christus stammende St.-Nikolaus-Kirche ein wichtiger Wallfahrtsort, und das an dem Felshang erbaute Theater der Stadt war zu seiner Zeit das größte in ganz Lykien. Um die 10.000 Besucherinnen und Besucher konnte es fassen.

4. Pataras Ruinen und Traumstrand

Patara am südwestlichen Ende des Xanthos-Tals zwischen Fethiye und Kalkan ist ein weiterer spannender Ort des Lykische Wegs. Die antiken Ruinen befinden sich beim heutigen Dorf Gelemis, und Patara galt als wichtigste Hafenstadt des Lykischen Bundes.

Neben antiken Ruinen bietet die antike Stadt Patara auch den längsten Strand der Türkei.

Zu den Sehenswürdigkeiten der antiken Ausgrabungsstätte gehören das gut erhaltene römische Theater, der unter Kaiser Nero erbaute Leuchtturm, der zu den ältesten Leuchttürmen der Welt zählt, der Triumphbogen, eine große Anlage mit Ruinen römischer Bäder und das Parlamentsgebäude. Auch Tempel, Wohnhäuser und öffentliche Plätze sind in der Ruinenstadt freigelegt worden.

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Schier endlos präsentiert sich der Sandstrand von Patara.

Ebenso wie Phaselis lockt auch Patara mit Badefreuden, und das an einem außergewöhnlichen Strand. Der Patara Beach ist der längste Strand der Türkei und erstreckt sich über 18 Kilometer Länge und 300 Meter Breite. Auf dem riesigen Strand finden alle einen Platz, ob beim Eingangsbereich mit Duschen, Restaurant und Sonnenliegen oder ganz abgeschieden in den Dünen. Und auch die Begegnung mit einer Schildkröte im Wasser ist nicht ausgeschlossen, denn die Tiere kommen hier oft vor: Der Strand von Patara wird nachts, ebenso wie in Çıralı, von den Meeresbewohnern für die Eiablage genutzt.

5. Postkartenmotiv Gelidonya-Leuchtturm

227 Meter über dem Meeresspiegel steht der Gelidonya-Leuchtturm auf schroffem Gelände, und sein Turm ragt neun Meter in den Himmel. Nur zu Fuß kann dieser Ort erreicht werden, und das macht den Lykischen Weg auf diesem Abschnitt besonders beliebt. 1936 wurde der Leuchtturm in Betrieb genommen und wer hier ankommt, staunt über die intensiven Farben: Das Rot des Wachgebäudes konkurriert mit dem Blau des Meeres und den grünen Hügeln. Im Meer vor dem Kap reihen sich fünf unbewohnte Inseln aneinander.

Der Gelidonya-Leuchtturm ist ein Ort zum Verweilen.

Kein Wunder also, dass dieser Ausblick 2007 zur schönsten Aussicht der Türkei gewählt wurde. Bei Sonnenauf- und Sonnenuntergang ist dieser Ort durch das spektakuläre Licht besonders magisch. Zelten ist in dem Gebiet erlaubt, sofern man auf Schlangen und Skorpione gefasst ist, so die Antalya Tourist Information.

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6. Und noch mehr Highlights auf dem Lykischen Weg

Schon allein die ursprüngliche Natur des Lykischen Wegs lässt Wanderherzen höherschlagen. Und zu den klassischen Ausgrabungsstätten kommen Ruinen hinzu, die einfach so am Wegesrand liegen und noch auf ihre Erforschung warten. Und immer wieder ist da der grandiose Ausblick auf das Meer. Ja, der Lykische Weg weiß, wie man für die teilweise anspruchsvollen Teilstrecken entschädigt.

Blick auf das Schmetterlingstal, das mit anspruchsvollen Kletterpartien oder über den Seeweg erreichbar ist.

Und auch richtige Abenteuer warten. Das Schmetterlingstal mit über 100 verschiedenen Falterarten, das über den Wasserweg oder nach schwierigen Kletterpartien an senkrecht abfallenden Felswänden zu erreichen ist. Und das verlassene Geisterdorf Kayaköy, das zum Gruseln einlädt, oder eine Kajak-Besichtigungstour ab Kaş zu der versunkenen Stadt Kekova machen den Lykischen Weg zu einer Reiseerfahrung, die weit über das Wandererlebnis hinausgeht.

Mehr Inspiration gesucht? Tipps für alle Top-Reiseziele findest du beim reisereporter.