Holstein-Kiel-Stürmer Giorgi Kvilitaia: „Ich kann allen nur mitgeben, positiv zu bleiben!“
Kiel. Mehr als einen Monat bremste eine Muskelverletzung Holstein-Kiel-Neuzugang Giorgi Kvilitaia nach seinem Wechsel vom FC Metz an die Förde aus. Seit dem 3:0-Heimsieg gegen Dynamo Dresden scheint der 33-Jährige in Kiel angekommen. Sein Premierentreffer fungierte als Dosenöffner für die ersten drei Punkte der Saison nach zuvor acht sieglosen Spielen. „Nach der langen Verletzung hat es mich sehr gefreut, wieder auf dem Platz zu stehen. Dass wir gegen Dresden direkt gewonnen haben, war umso schöner“, sagte Kvilitaia am Donnerstag am Rande des öffentlichen Trainings der KSV.
Und dennoch weiß der Angreifer, in welch sportlich brisanter Lage er sich mit seiner Mannschaft bewegt. Mit nur acht Punkten aus zehn Spielen rangieren die Störche auf Platz 17, einem direkten Abstiegsplatz. Auch deshalb wächst der Druck vor dem Heimspiel am kommenden Sonnabend (13 Uhr, im Holstein-Kiel-Liveticker) gegen Arminia Bielefeld. „Die letzte Woche war voller emotionaler Hochs und Tiefs. Das Einzige, was wir gegen die Niederlage am Sonntag machen können, ist, zusammenzustehen und am Samstag zu gewinnen“, sagte Kvilitaia.
Kvilitaia fühlt sich neben Phil Harres pudelwohl
Dabei könnte der Routinier im Angriff zusammen mit Sturm-Partner Phil Harres das aktuell größte Problem der Störche beheben: fehlende Tore und überhaupt fehlende Torgefahr. „Phil und ich sind sehr unterschiedliche Stürmer, deshalb funktioniert das bei uns sehr gut. Ich habe mehr den Ball, Phil beläuft eher die Tiefe“, erklärte Kvilitaia. „Das macht uns für den Gegner schwer ausrechenbar und auch schwer zu verteidigen.“ Hinzu kommt Kvilitaias Erfahrung von mehr als 280 Profi-Spielen in ganz Europa – und eine besondere Saison 2016/17 beim österreichischen Erstligisten Rapid Wien.
Das macht uns für den Gegner schwer ausrechenbar und auch schwer zu verteidigen.
Giorgi Kviliataia
über die Verbindung zwischen ihm und Phil Harres
Als der Klub unter hohem medialen Druck und mehreren Trainerwechseln in den Abstiegskampf rutschte und Kvilitaia zwischenzeitlich auf der Bank saß, nutzte der Georgier seine Chance im Saisonfinale. Im vorentscheidenden Abstiegsduell gegen den Wolfsberger AC erzielte er als Teil eines in Wien selten aufgebotenen Doppelsturms früh einen Doppelpack zum Sieg und war maßgeblich daran beteiligt, den Klassenerhalt zu sichern. Wohl auch deshalb sieht Kvilitaia die aktuelle Lage rund um die KSV tendenziell gelassen. „Ich habe in meiner Karriere schon sportlich schwere Momente erlebt. Was ich allen nur mitgeben kann, ist, positiv zu bleiben. Dazu gehört es auch, hart zu arbeiten, aber auch zu realisieren, dass nur hartes Arbeiten manchmal nicht ausreicht, um sich aus so einer Situation zu befreien.“
Positive Energie als Schlüssel zum Erfolg?
In einer solchen sportlichen Situation gebe es „kein Geheimrezept“, sagte der Angreifer. „Wichtig ist, dass wir miteinander reden und positiv in die Zukunft blicken. Dieses Gefühl habe ich nicht nur bei uns Spielern, sondern auch im Trainerteam.“
Ohnehin sei ihm vor der Saison bewusst gewesen, „dass es eine nicht einfache Saison werden kann, weil diese Liga sehr ausgeglichen ist und jeder jeden schlagen kann“, erklärte Kvilitaia, der mit seinem Treffer gegen Dresden vom Bundesliga-Dachverband bei der Wahl zum „Top-Tor des Monats“ der 2. Bundesliga nominiert worden ist. Für den 33-Jährigen allerdings nicht mehr als ein schöner Nebeneffekt. Schließlich steht für ihn ein Heimsieg gegen die Arminia ganz oben auf der Prioritätenliste, um eine erneut angespannte Länderspielpause zu verhindern.
KN