Tagelang kein Strom oder Mobilfunk

Im Krisenfall: Diese Anlaufstellen in Neumünster sollte jeder Bürger kennen

Jorge Grimm zeigt, was in der Notfallinfobox enthalten ist: Erste-Hilfe-Set und Strahler dürfen nicht fehlen.

Neumünster. Niemand hofft, dass sie je genutzt werden müssen, aber vorbereitet will die Stadt Neumünster auf den Krisenfall sein: Ab sofort gibt es sieben sogenannte Notfall-Infopunkte verteilt im gesamten Stadtgebiet an den Gerätehäusern der Freiwilligen Feuerwehren sowie beim DRK-Kreisverband. Im Ernstfall sollen die Bürgerinnen und Bürger dort Erste-Hilfe-Leistungen, sowie aktuelle, gesicherte Informationen erhalten und dort auch Notrufe absetzen können, wenn die üblichen Kommunikationswege nicht mehr funktionieren.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

„Spätestens seit dem großen Stromausfall in Berlin hinterfragt keiner mehr die Notwendigkeit“, betont der Ordnungsdezernent und erste Stadtrat Michael Knapp. An einem Notfallkonzept für den Stromausfall arbeitet die Stadt bereits seit 2017. „Wenn der Strom länger als ein paar Stunden weg ist, haben wir ein erhebliches Problem“, sagt Knapp weiter.

Tabea Mohr (DRK, von links), Torsten Schuldt (FF Gadeland), Matthias Kunert (FF Wittorf), Sebastian Genz (FF Tungendorf), Daniel Witter (FF Mitte) und Martin Pagels (FF Einfeld) nahmen die Schilder für die Notfall-Infopunkte entgegen.

Das bestehende Konzept sei eine optimale Grundlage, um die Notfall-Infopunkte festzulegen, sagt der zuständige Sachbearbeiter beim Katastrophenschutz der Stadt, Jorge Grimm. An jedem Gerätehaus wird ein Schild montiert, das auf den Info-Punkt hinweist.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

Das ist die Ausstattung eines Notfall-Infopunktes Neumünster

Jeder Info-Punkt wird dann mit einer großen Kiste an Ausrüstung ausgestattet. „Diese zu bestellen hat wegen der bundesweit großen Nachfrage sehr lange gedauert“, erzählt Knapp. Neben einem Notstromaggregat mit vier Stunden Laufzeit, einem Akku-Radio, verschiedenen akkubetriebenen Leuchtstrahlern und Akkuladegeräten sind die Anlaufstellen auch mit Funkzubehör ausgestattet, um Kontakt zur Leitstelle zu halten. „Perspektivisch sollen auch noch Rollcontainer mit Whiteboards hinzukommen“, erklärt Grimm.

Bewusst wird kein Notfall-Infopunkt am Katastrophenschutzzentrum eingerichtet, weil dort im Ernstfall andere Aufgaben im Fokus stünden.

„Wichtig ist, dass es dort keinerlei Verpflegung für die Bevölkerung geben wird. Jeder ist selbst dafür verantwortlich, ausreichend Vorräte zu Hause zu haben“, betont Knapp.

Wenn der Strom länger als ein paar Stunden weg ist, haben wir ein erhebliches Problem.

Michael Knapp

Erster Stadtrat

Ansicht wechseln

In dieser Ansicht können leider nicht alle Inhalte korrekt dargestellt werden.

Zur vollständigen Ansicht

Erreichbar sind die Anlaufstellen im Krisenfall für jeden Neumünsteraner innerhalb von maximal 2,5 Kilometern Entfernung. „Wir arbeiten daran, dass es perspektivisch nur zwei Kilometer sind“, sagt Grimm. Das geschehe, sobald die Feuerwehren Tungendorf-Stadt und -Dorf ihr neues, gemeinsames Gerätehaus haben.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

Aktuell sind die beiden bestehenden Gerätehäuser in Tungendorf jeweils ein Notfall-Infopunkt. Sobald der Neubau an der Straße Am Kamp fertiggestellt ist, wird es nur noch einen am neuen Standort geben. „Dafür werden wir einen weiteren in der Gartenstadt errichten“, erklärt der Sachbearbeiter.

Die Ausstattung und Einrichtung der Notfall-Infopunkte wird mit 43.000 Euro vom Land Schleswig-Holstein gefördert, 17.000 weitere Euro zahlt die Stadt selbst. Diese Anlaufstellen werden bundesweit eingerichtet. Insgesamt stellt das Land einen Etat von 1,5 Millionen Euro zur Verfügung.

Hier sind die Notfall-Informationspunkte in Neumünster

„Wir möchten, dass jeder in Neumünster diese Info-Punkte kennt“, betont Feuerwehr-Chef Norbert Drotschmann. Das sind die Standorte der Info-Punkte an den Feuerwehrgerätehäusern: Brachenfeld (Hauptstraße 81), Einfeld (Dorfstraße 31), Gadeland (Hartwigswalder Straße 3), Tungendorf-Stadt (Am Kamp 3), Tungendorf-Dorf (Tasdorfer Weg 9-13), Wittorf (Mühlenstraße 5) sowie DRK-Kreisverband (Schützenstraße 14-16).

KN

KN Inhalte als bevorzugte Quelle markieren — dann erscheinen unsere Artikel häufiger in Ihren Google-Schlagzeilen.Inhalte in den Google-Schlagzeilen bevorzugen?
Bevorzugen